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Minister Willingmann (SPD) hat den Stein der Weisen im Harz endlich gefunden, ganz ohne Ministerium


Man muss es wohl neidlos anerkennen: Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD) hat geschafft, woran Generationen von Philosophen, Ökonomen und Politikern gescheitert sind.



Still und beinahe beiläufig verkündet er in einem Facebook-Clip eine Erkenntnis, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt – und das ausgerechnet auf dem Weg zum Brocken.


Zunächst noch bescheiden im Ton:
„Ich lebe in Wernigerode. Deswegen ist mir das auch bekannt. Ich kenne auch den Weg hoch zum Brocken.“
Man merkt sofort: Hier spricht kein gewöhnlicher Minister. Hier spricht ein Mann der Praxis. Einer, der Wege kennt. Und möglicherweise auch Lösungen.

Denn dann folgt – man möchte fast sagen: die Offenbarung:
„Wir lassen den Nationalpark, Nationalpark sein und wir lassen den Wald sich dort selbst entwickeln.“
Genial. Wirklich genial. Jahrzehntelang hat man geglaubt, Politik müsse gestalten, steuern, eingreifen, regulieren, lenken. Milliarden wurden bewegt, Programme aufgelegt, Strategien geschrieben, Verordnungen erlassen. Und jetzt stellt sich heraus: Man hätte es auch einfach lassen können.

Aber Willingmann geht noch weiter. Er denkt radikal – geradezu revolutionär:
„Wenn er [der Mensch] nicht den Borkenkäfer bekämpft. Wenn er nicht versucht, in irgendeiner Weise eine künstliche Struktur zu erhalten.“
Das ist große Denkschule. Künstliche Strukturen? Weg damit! Eingriffe? Besser nicht! Man fragt sich unwillkürlich, warum diese Einsicht nicht schon früher auf andere Bereiche übertragen wurde.

Zum Beispiel auf die Wirtschaft. Oder die demografische Entwicklung. Oder die endlosen Programme, mit denen man in Sachsen-Anhalt seit Jahrzehnten versucht, Wachstum herbeizuregulieren.

Vielleicht wäre die Lösung so einfach gewesen: Steuern runter, Abgaben weg, Vorschriften streichen – und einfach mal schauen, was passiert. So wie im Wald.

Stattdessen hat man über Jahrzehnte mit bewundernswerter Konsequenz das Gegenteil getan: immer mehr Regeln, immer mehr Eingriffe, immer mehr „künstliche Strukturen“. Mit dem bekannten Ergebnis: überschaubare Dynamik, anhaltende Abwanderung, eine Wirtschaft, die sich eher durch Förderlogiken als durch eigene Kraft definiert.

Aber gut – man kann nicht alles gleichzeitig erkennen.

Umso beeindruckender ist der Schlusssatz des Ministers:
„Das Doofe ist, dass so ein Waldumbau etwa 30 bis 40 Jahre dauert. Er passiert aber.“
Auch hier wieder diese bestechende Klarheit. Dinge dauern, aber Dinge passieren. Ganz ohne Masterplan. Ganz ohne Ministererlass. Man möchte fast applaudieren.

Und man fragt sich: Ist das nicht die eigentliche Sensation? Dass ein führender Politiker öffentlich ausspricht, was seine eigene Zunft jahrzehntelang ignoriert hat?

Vielleicht erleben wir hier einen historischen Moment. Die Geburt einer neuen politischen Schule: weniger tun, mehr geschehen lassen – allerdings erst, nachdem man vorher alles gründlich durchreguliert hat.

Der Stein der Weisen im Harz? Möglich. Ironischerweise genau dort gefunden, wo man beschlossen hat, endlich nichts mehr zu tun.

Man darf gespannt sein, ob diese bahnbrechende Erkenntnis ihren Weg auch in andere Politikfelder findet. Oder ob sie – wie so viele gute Ideen – sicherheitshalber im Wald bleibt.

Verfasser: АИИ  |  29.04.2026

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