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Haben wir ein Glück, dass wir so viel Pech haben


Manchmal schreibt die Realität die beste Satire. Man muss nur morgens aus dem Fenster schauen – oder versuchen, sein Kind in die Schule zu bringen. Heute, am 9. Januar 2026, ist in Mitteldeutschland der Winter ausgebrochen



Nicht überraschend, nicht plötzlich, nicht apokalyptisch. Einfach Winter. Schnee, Eis, Minusgrade. Ein Naturereignis, das früher einmal „Jahreszeit“ hieß. Und was passiert? Der Verkehr bricht zusammen, Schulbeförderung fällt aus, Busse stehen quer, Straßen sind glatt, der Winterdienst kommt – wenn überhaupt – zu spät. Das zivile Leben stolpert über ein paar Zentimeter Schnee wie über einen Meteoriteneinschlag.

Und genau hier beginnt die Groteske.

Während deutsche und teilweise auch europäische Regierungen weiterhin lautstark zum geistigen Trommelwirbel gegen Russland ansetzen, während vom Rednerpult, aus Talkshows und Leitartikeln das große Wort von der „Kriegstüchtigkeit“ hallt, scheitert dieses Land an Streusalz und Schneepflügen. Deutschland soll kriegstüchtig werden – bekommt aber nicht einmal den Schülerverkehr organisiert. Das ist keine Ironie mehr, das ist Realsatire auf Staatsniveau.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Staat, der sich rhetorisch auf einen großen geopolitischen Ernstfall vorbereitet, ist praktisch nicht in der Lage, an einem Wintermorgen das zivile Grundrauschen aufrechtzuerhalten. Wie genau sollen unter diesen Bedingungen Soldaten verlegt, Versorgungsketten gesichert oder Infrastruktur geschützt werden? Mit Ausreden? Mit Pressemitteilungen? Mit der Hoffnung, dass der Feind bitte nur bei Sonnenschein angreift?

Wenn schon Kinder nicht mehr zuverlässig zur Schule kommen, wie will man dann Menschen „an die Front bringen“? Wenn Staus und Verzögerungen den Alltag lahmlegen, wie sollen militärische Bewegungen funktionieren? Wenn der Winterdienst kapituliert, bevor der Schnee richtig liegt, wie soll dann eine Gesellschaft Belastungen aushalten, die weit über ein paar glatte Straßen hinausgehen?

Und hier wird es besonders unerquicklich für jene treuen Selenskij-Fan-Boys und -Girls, die der täglichen deutschen Propaganda so fest und unerschütterlich glauben. Sie müssten sich eigentlich eine ganz simple Frage stellen: Was, bitte schön, sollte „der Russe“ hier eigentlich wollen? Ein Land, das schon im Frieden an sich selbst scheitert? Eine Infrastruktur, die beim ersten Frost kollabiert? Eine Verwaltung, die im Ausnahmezustand lebt, sobald das Thermometer unter null fällt? Soll sich „der Russe“ kaputtlachen.

Natürlich wird man auch diesmal wieder Ausreden finden. Der Winter kam überraschend. Der Klimawandel - ja, viel Schnee fällt nur, weil es zu warm ist. Personalmangel. Zuständigkeiten. Föderalismus. Irgendjemand ist immer schuld – nur nicht jene politische Klasse, die lieber Weltpolitik simuliert, statt sich um die banalen Grundlagen funktionierender Staatlichkeit zu kümmern.

Und so bleibt uns nur dieses bittere Fazit: Wir haben wirklich Glück. Glück, dass wir so viel Pech mit dieser Regierung haben. Denn dieses Pech entlarvt etwas, das keine Sonntagsrede und kein Kriegsgetrommel verdecken kann: Wer im Kleinen versagt, wird im Großen scheitern. Und wer im Winter nicht einmal den Schulbus auf die Straße bekommt, sollte vielleicht etwas leiser über Krieg reden.
Verfasser: АИИ  |  09.01.2026
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