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Der verzweifelte Anpfiff der elf Marionetten: Wie CDU-Landrat Götz Ulrich nach zwölf Jahren plötzlich die „Bürgernähe“ entdeckt - und doch nur bettelt


Seit wann muss man eigentlich Landrat sein, um zu merken, dass die eigene Verwaltung ein bürokratischer Albtraum ist?



Götz Ulrich (CDU), seit Juli 2014 Landrat des Burgenlandkreises und seit 2022 Präsident des Landkreistages Sachsen-Anhalt, hat offenbar eine erleuchtende Offenbarung gehabt. Am 14. Juni 2026 postet er auf Facebook einen Werbeclip der #alle11-Kampagne: Elf Landräte stehen „als Mannschaft“ für schnelle, bürgernahe Selbstverwaltung. Keine „Aufpasser auf Landesebene“ mehr, keine 3 Verwaltungsebenen, weg mit der Dreistufigkeit. Bravo. Nach zwölf Jahren im Amt fällt ihm das ein.

Warum erst jetzt, Herr Ulrich? Waren die letzten zwölf Jahre zu schön, um die eigene Ohnmacht zu thematisieren? Als loyaler CDU-Mann hat er die Regierung in Magdeburg jahrelang mitgetragen, hat zugeschaut, wie Berlin und das Land immer neue Vorschriften, Auflagen und Kontrollinstanzen über die Kreise kippten. Plötzlich, kurz vor der Landtagswahl im September 2026, steht die Truppe in Fußballpose und fordert, was jeder vernünftige Mensch seit Ewigkeiten weiß: Kommunen sollen selbst entscheiden können, ob sie Lärmschutzzonen einrichten oder nicht. Revolutionär.


Der Clip klingt wie ein Hilferuf verkleidet als Wahlkampf. „Wenn wir wollen, dass die Menschen unserem Staat vertrauen…“ – ja, genau. Das Vertrauen ist ja auch deshalb im Keller, weil Landkreisverwalter wie Ulrich jahrelang nicht den Mut hatten, die Dreistufigkeit der Verwaltung frontal anzugehen. Stattdessen Videos drehen und Hashtags erfinden. Starke Kommunen? Das ist das Jammern von Leuten, die jahrelang Teil des Problems waren.

Warum setzt er es nicht einfach durch? Weil er es nicht kann.

Ulrich ist kein Rebell, er ist Systempolitiker durch und durch. Seit Jahrzehnten kommunal tätig, CDU-Kreisvorsitzender, Bürgermeister, dann Landrat – immer schön im Mainstream mitgeschwommen. Gute Kontakte? Die hat er sicher zur CDU-Landesregierung. Aber statt Druck zu machen, bettelt er jetzt öffentlich mit seinen Kollegen, weil ein einzelner CDU-Landrat offenbar null Durchsetzungskraft hat. Was für eine Bankrotterklärung! Hat der Präsident des Landkreistages keine Drähte in die Staatskanzlei? Oder sind die Kontakte nur gut, solange es um Posten und Pöstchen geht, nicht um echte Reformen?

Die Forderung nach Abschaffung der Dreistufigkeit ist nicht neu. Sie wird seit Jahren diskutiert, und Ulrichs Truppe hat sie jetzt wieder aufgewärmt, weil die Wahlen nahen. Warum hat er das nicht 2015, 2018 oder 2021 durchgesetzt, als er frisch im Amt oder wiedergewählt war? Weil es bequemer ist, die Verantwortung nach oben zu schieben. Das Land ist schuld, Berlin ist schuld, die „Aufpasser“ sind schuld. Nur nicht die eigenen Versäumnisse.

Die bittere Wahrheit hinter dem PR-Gequatsche

Diese #alle11-Kampagne ist kein Aufstand für die Bürger, sondern ein verzweifelter Versuch, vor der Landtagswahl noch mal als „starke Kommunalpolitiker“ dazustehen. Während die ländlichen Räume ausbluten, die Gesundheitsversorgung kollabiert, Digitalisierung vielerorts ein Witz bleibt und Mobilität auf dem Niveau der 90er stagniert, drehen die Herren Landräte Werbevideos. Handlungsfähige ländliche Räume? Die haben sie mit ihrer jahrelangen Kuschelpolitik gegenüber der Landesregierung aktiv verhindert.

Ulrich und Co. fordern „verlässliche Finanzausstattung“ – natürlich. Weil sie selbst nicht in der Lage sind, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Statt radikal zu kürzen, wo es sinnlos ist, und Kompetenzen zurückzuholen, machen sie gemeinsame Sache mit genau dem System, das sie jetzt kritisieren. Das ist nicht bürgernah, das ist feige.

Warum braucht es erst „alle 11“?

Weil keiner von ihnen allein den Mumm hat, gegen die eigene Partei und die Landesregierung vorzugehen. Eine echte Führungsfigur würde nicht betteln – sie würde Fakten schaffen, notfalls mit Konfrontation. Stattdessen: Social-Media-Kampagne mit Fußball-Metapher. Anpfiff für die nächste Runde der Ausreden.

Sachsen-Anhalt braucht keine elf Landräte, die Gesicht zeigen. Es braucht Leute, die endlich den Apparat zerschlagen, der Bürger und Kommunen stranguliert. Götz Ulrich (CDU) hatte zwölf Jahre Zeit. Er hat sie verpasst. Jetzt kommt der Wahlkampfclip.


Verfasser: АИИ  |  22.06.2026
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