AfD und Mütter, Eltern und Kinder aus dem linken Spektrum finden Gemeinsamkeiten in Weißenfels vor der Simson-Ausfahrt am 26.07.2026?
Es geht also doch! Es lassen sich Schnittpunkte finden, um vielleicht in der nächsten Zeit ins Gespräch zu kommen. Wackelt die Brandmauer?
Vor der Simson-Ausfahrt der AfD mit dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund in Weißenfels am 26.07.2026 wurde im Netz und in Gruppen zu einer Aktion aufgerufen, die eigentlich den Protest gegen die AfD zum Ziel hatte. Der Marktplatz in Weißenfels sollte vor dem Simson-Treffen mit Kreide bemalt werden, um zu zeigen, dass die Gesellschaft bunt ist.
Trotz vereinzelter Stimmen, die solche Aktionen als Sachbeschädigung einstuften, ließen es demnach Polizei und Ordnungsamt zu, dass an diesem Sonntagmorgen ca. 80 Personen – Mütter, Eltern und Kinder – die angekündigte Verschönerungs-Aktion durchführen konnten.
Juliane Waehler (AfD-Kreistagsmitglied und Kandidatin für die kommende Landtagswahl) zeigte auf Facebook einige Ergebnisse dieser Kreidemalereien und fand lobende Worte bzw. befand dies als nett. Sie teilte mit, dass sie teilweise gar nicht wisse, ob die Aktion für oder gegen die AfD gerichtet sei, was die dort zu lesenden Slogans betraf.
An einer Stelle stand „Friede, Freude, Freiheit“. Waehler erklärte, dass sie und die AfD ebenfalls genau dies wollen. Den Worten „Nie wieder ist jetzt!“ stimmte Waehler in gleicher Weise zu und bezog dies auf die aktuelle Situation in Deutschland, da es mit der „Meinungsfreiheit ein bisschen schwierig ist“.
In Zeiten, in denen die von vielen geliebten Führer in Berlin und Brüssel kritische Journalisten sanktionieren (Thomas Röper, Alina Lipp, Hüseyin Doğru, Jacques Baud), weil diese nicht dem Narrativ entsprechend berichten. In Zeiten, in denen die Regierungspolitik die Staatsanwaltschaften und Behörden willkürlich und rechtswidrig gegen Medien vorgehen lässt (Compact-Magazin), Hausdurchsuchungen veranlasst und es akzeptiert, dass Banken die Konten von Medien kündigen, was zur Zerstörung deren wirtschaftlicher Existenzen führen kann. In Zeiten, in denen Politiker der „demokratischen Parteien“ die Staatsanwaltschaften gegen Bürger wegen angeblicher Beleidigungen losschicken. In Zeiten, in denen Regierungskritiker wie Michael Ballweg mit fadenscheinigen Begründungen mal schnell für neun Monate in Untersuchungshaft gesteckt werden, ist es um die Meinungsfreiheit wahrlich nicht gut bestellt.
Zu lesen war auf dem Markt auch „EINFACH MAL NACHDENKEN, wenn mann’s kann!“ (Die Grammatik ist so im Video zu sehen.)
Juliane Waehler fand die bunten Blumen ebenfalls nett. Sie erklärte in ihrem Videostatement: „Eigentlich kann man sagen: Das wollen wir doch auch!“
Ist damit die Brandmauer gefallen?
So wirklich wahrscheinlich nicht. Auf dem Facebook-Profil der links verortbaren Stadtrauminitiative Weißenfels wurden Bilder gezeigt, die das Niveau senkten. Der Geschlechtsverkehr wurde mehrfach mit dem Slogan „FCK AFD“ gesucht, obwohl man angeblich „Bunt statt braun“ und „Herz statt Hetze“ bevorzugt. Ich weiß immer nicht, ob dieses permanente "FCK AFD" pädagisch-kindgerecht ist, zumal an diesem Morgen Kinder mit dabei waren. „Hass ist keine Meinung“ ist ebenfalls zu lesen.
Die Veranstalter der Simson-Ausfahrt nahmen es ebenso gelassen wie Juliane Waehler und tolerierten diese Slogans im Sinne der Meinungsfreiheit. Überaus tolerant zeigte man sich hinsichtlich der Fahrzeuge bei dieser Simson-Ausfahrt, denn es gab keinerlei Ausgrenzung hinsichtlich Fabrikat, Hersteller oder Anzahl Räder. Jeder mit jedem Gefährt durfte dabei sein.
Wie den Livestreams zu entnehmen ist, füllte sich der Marktplatz mit vielen hundert Menschen. Wen interessiert, was gesprochen wurde, kann sich durch die Livestreams klicken.
