DREI JAHRE IN HAFT - UND KEIN ENDE IN SICHT - Dr. Reiner Fuellmich (Mitbegründer des Corona-Ausschusses) plötzlich in anderes Gefängnis verlegt
Genau vor drei Jahren, am 13. Oktober 2023, wurde Dr. Reiner Fuellmich bei seiner Ankunft am Frankfurter Flughafen verhaftet. Zwei Tage zuvor war er in Mexiko festgesetzt und außer Landes gebracht worden – ohne internationalen Haftbefehl, über einen Pass-Trick.
Seit diesem Tag ist er seiner Freiheit beraubt: zuerst in der JVA Rosdorf (Oktober 2023 bis Juni 2025), dann in der JVA Bremervörde (Juni 2025 bis 8. Oktober 2026). Am frühen Morgen des 8. Oktober 2026 wurde er ohne jede Vorwarnung in die JVA Lingen verlegt – rund 200 Kilometer entfernt, weiterhin in Niedersachsen.
In Lingen soll es in der Strafhaftabteilung keinen freien Platz gegeben haben. Deshalb steckte man ihn in eine Kellerzelle. Die Wände sind feucht und teilweise mit Schimmel bedeckt. Seine Anwältin Dr. Katja Wörmer hat bei der zuständigen Strafvollstreckungskammer Anträge gestellt und fordert unter anderem die sofortige Verlegung in eine Zelle mit Tageslicht und ohne Schimmelbelastung.
Obwohl das Urteil inzwischen rechtskräftig ist, bleibt die zentrale Frage: Wie kann eine solche Haftdauer verhältnismäßig sein? Reiner Fuellmich war zuvor nie strafrechtlich verurteilt. Er hat jahrzehntelang als Anwalt in Deutschland und Kalifornien gearbeitet. Dennoch sitzt er seit drei Jahren – und nach dieser jüngsten Verlegung ist keine Freilassung in Sicht.
Im krassen Gegensatz dazu werden Beschuldigte schwerer Gewalt- und Sexualstraftaten häufig vor Prozessende freigelassen oder nach deutlich kürzerer Zeit entlassen. Diese Behandlung ist grob ungerecht. Sie zeigt ein tiefes Ungleichgewicht im Justizsystem: Ein Mann ohne Vorstrafen wird jahrelang hinter Gittern gehalten, als wäre er eine außergewöhnliche Gefahr. Drei Jahre Haft wegen eines Vermögensdelikts. Drei Jahre, in denen Täter von Gewalt- und Sexualverbrechen oft längst wieder frei sind.
Dies ist keine Rechtsstaatlichkeit. Das ist staatliche Willkür.
Diese Haft ist ein Skandal.
Hier ist die neue Adresse für Briefe und Postkarten:
Dr. Reiner Fuellmich
JVA Lingen
Kaiserstraße 5
49809 Lingen (Ems)
Deutschland
Der Weg in die Haft begann mit dem Corona-Ausschuss, den Fuellmich 2020 mitbegründete. Er stellte unbequeme Fragen zur Pandemiepolitik. Spenden flossen in großer Höhe. Im April 2025 verurteilte das Landgericht Göttingen ihn wegen Untreue in zwei Fällen zu drei Jahren und neun Monaten. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil im März 2026 weitgehend und billigte auch die Nichtanrechnung von fünf Monaten Untersuchungshaft. Die Verteidigung erfuhr von dem BGH-Beschluss erst Monate später. Rechnerisch hätte Fuellmich nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe bereits um den 13. September 2026 entlassen werden können. Die Entscheidung blieb aus.
Stattdessen folgte am 8. Oktober 2026 die abrupte Verlegung. Mitten in den Vorbereitungen für den zweiten Teil eines Interviews mit Alexa Schnackenberg stürmten Beamte gegen 7:15 Uhr in die Zelle. Keine Information an Anwälte oder Ehefrau. Nur Minuten Zeit. Mitnehmen durfte er kaum etwas. Sieben Stunden Fahrt. In Lingen: wieder kein freier Platz – ab in die feuchte, schimmelige Kellerzelle mit hoher Decke. Er friert, schläft auf dem oberen Bett, darf ohne eigene Kleidung nicht in den Hof. Medizinische Hilfe bleibt aus.
Bodo Schiffmann, selbst jahrelang verfolgt und aus Deutschland vertrieben, nannte die wiederholten Verlegungen und die Isolation „Folter“. Fuellmich sei einer der Gefährlichsten gewesen – ein Anwalt mit Zulassungen in Deutschland und Kalifornien, der international vernetzt war und an Erfolgen wie der Freiklage ungeschwärzter Pfizer-Verträge in Südafrika beteiligt war. Das System, so Schiffmann, lasse nicht locker. Er habe von Anfang an die Sorge gehabt, dass man Fuellmich nicht lebend aus dem Gefängnis herauskommen lassen wolle. Die aktuelle Behandlung in der Schimmelzelle nährt diesen Verdacht.
Während Gewalt- und Sexualstraftäter oft schnell wieder frei sind, wird dieser Mann wie ein Schwerverbrecher behandelt: Fesseln, nackte Leibesvisitationen, demütigende Prozeduren. Andrea Christidis und weitere Beobachter melden Gefahr in Verzug. Jeder weitere Tag in der feuchten Zelle verlängert vermeidbares Leid.
Drei Jahre. Abrupte Verlegungen. Schimmel. Keine ausreichende medizinische Versorgung. Kein Ende in Sicht. Das System lässt nicht locker. Das ist systematische Zermürbung eines Kritikers – und es muss aufhören. Jetzt.
