Deutsch English Français Español Türkçe Polski Русский Română Українська العربية
Wise

CDU-Landrat Götz Ulrich markiert den starken Max - Plötzlich will er solide Finanzen und mehr Selbstverwaltung!


Sogar die Gesetze will er nun schreiben. Der Mann, der seit über einem Jahrzehnt brav die Vorgaben von oben abnickt, entdeckt plötzlich den Mut zur „Entfesselung“. Wie rührend. Und wie durchschaubar.



Am 13. Oktober 2026 postet Götz Ulrich, CDU-Landrat des Burgenlandkreises seit 2014, Präsident des Landkreistages Sachsen-Anhalt und Vizepräsident des Deutschen Landkreistages, einen kurzen Clip: „Wir brauchen endlich eine Entfesselung der kommunalen Selbstverwaltung!“ Dazu der Kampf-Slogan: „Landkreisversammlung in Sachsen-Anhalt. Wir kämpfen um die kommunale Selbstverwaltung!“ Einen Tag später folgt der große Wurf: „Mehr Vertrauen, weniger Kontrolle, solide Finanzen: Unsere Landkreise und Gemeinden in Sachsen-Anhalt können nicht länger warten! Für Sachsen-Anhalt schlage ich einen kommunalen Konsultationsmechanismus vor: Wenn Entscheidungen ausbleiben, erarbeiten wir Kommunen selbst Gesetzesvorschläge und suchen parlamentarische Mehrheiten bei den Landtagsfraktionen.“

Hört, hört. Der Verwalter will plötzlich Gesetzgeber spielen. Der Mann, der jahrelang im Strom mitschwamm, fordert jetzt „weniger Kontrolle“ und „solide Finanzen“. Man reibt sich die Augen. Wo war dieser Ulrich, als die Kommunen und Landkreise systematisch ausgehöhlt wurden – und zwar von seiner eigenen Partei?

Der brave Vollstrecker

Götz Ulrich ist seit Juli 2014 Landrat. Wiedergewählt 2021 mit komfortablen 55 Prozent. Ein Jurist, der zuvor Bürgermeister einer Verbandsgemeinde war. Typisch: der Verwaltungsprofi, der die Vorgaben von Magdeburg und Berlin umsetzt, statt sie zu hinterfragen. Bildungspolitik, Tourismus, Strukturwandel, Bürgergeld-Härte – er redet mit, wenn es opportun ist. Aber opponieren? Gegen die eigene CDU auf Landes- oder Bundesebene? Fehlanzeige.

Während der Corona-Pandemie war er der Musterknabe. Abstand halten, Maske tragen, Menschenansammlungen meiden – er predigte es „leidenschaftlich“, wie lokale Medien berichteten. Als er sich 2020 selbst infizierte, entschuldigte er sich artig bei den Kontaktpersonen, die in Quarantäne mussten. Kein Hauch von Kritik an den oft willkürlichen, zentral diktierten Maßnahmen, die Kommunen und Bürger in den Wahnsinn trieben. Kein Aufschrei gegen die Überregulierung, die er heute noch verteidigt. Damals war er der treue Vollstrecker. Heute entdeckt er die „Entfesselung“.

Dasselbe Muster bei Migration und Finanzen: Er klagt über Überlastung (8000 statt 500 integrierbare Menschen), über Bürgergeld-Missbrauch, über Fördermittelstau („Wir kontrollieren uns fast zu Tode“). Alles berechtigt. Aber die Ursachen? Die liegen in Berlin und Magdeburg – und dort saß und sitzt die CDU lange mit am Tisch oder stellte die Regierung. Merkel-Jahre, Haseloff-Jahre: Die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen, die Explosion der Sozialausgaben, die Bürokratie-Monster – das kam nicht vom Himmel. Ulrichs eigene Partei hat das System mitgebaut und mitgetragen. Warum benennt er die Schuldigen nicht? Weil das unbequem wäre. Weil man im Strom mitschwimmt, solange die eigene Farbe oben ist.

Zwischen den Zeilen: Der opportunistische Wendehals

Was man den Posts und seinem Timing entnehmen kann, ist pure Angst vor dem Machtverlust. Sachsen-Anhalt steht vor politischen Verschiebungen. Eine AfD-geführte Landesregierung ist absehbar. Und plötzlich, ausgerechnet jetzt, will der CDU-Landrat „das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen“, Gesetzesvorschläge erarbeiten und Mehrheiten bei den Landtagsfraktionen suchen – also de facto an der gewählten Landesregierung vorbei. „Unsere Gesprächsbereitschaft bedeutet nicht Gefolgschaft“, betont er. Übersetzt: Falls die Falschen regieren, machen wir Kommunalpolitiker unser eigenes Ding.

Wo war dieser rebellische Geist, als die CDU (mit oder ohne Partner) die Landes- und Bundespolitik dominierte? Als unter Merkel und Haseloff die Kommunen an die Wand gefahren wurden? Nichts. Schweigen. Mitmachen. Verwalten. Jetzt, da der Wind drehen könnte, markiert Ulrich den starken Max. Das ist kein Prinzip. Das ist Opportunismus in Reinform. Ein Wendehals, der sich rechtzeitig positioniert, falls die AfD stärker wird – um dann als Hüter der „demokratischen und rechtsstaatlichen Grundfesten“ aufzutreten, während er die eigene Partei von jeder Verantwortung freispricht.

Wer ist schuld am Zustand der Kommunen?

Die Antwort ist so einfach wie peinlich für Ulrich: seine eigene Partei. Jahrzehnte CDU-Mitregierung auf Bundesebene, lange CDU-Führung in Sachsen-Anhalt – und die Kommunen ächzen unter Soziallasten, Fördermittel-Bürokratie und fehlender Selbstverwaltung. Ulrich beklagt das nun lautstark. Die eigentlichen Architekten der Misere? Tabu. Das ist keine mutige Selbstverwaltung. Das ist parteipolitische Selektivität.

Er kämpft „um die kommunale Selbstverwaltung“ – nachdem er zwölf Jahre lang treu die Vorgaben von oben umgesetzt hat. Er will „solide Finanzen“ – nachdem die Finanznot unter seiner Parteifarbe eskaliert ist. Er will selbst Gesetze schreiben – nachdem er als Verwalter nie ernsthaft gegen die zentrale Gängelung rebelliert hat.

Götz Ulrich ist kein Rebell. Er ist der klassische Systemverwalter, der solange brav mitläuft, bis der eigene Sessel wackelt. Dann wird aus dem Stillen plötzlich der Lautsprecher. Das Theater jetzt, obwohl die Probleme seit Jahren bekannt sind, ist kein Aufbruch. Es ist Panik. Und der Versuch, sich für den Fall der Fälle als unabhängiger Kommunalheld zu verkaufen – obwohl er ein Leben lang Parteisoldat war.

Entfesselung der Selbstverwaltung? Gerne. Aber zuerst sollte sich Herr Ulrich von der Fessel seiner eigenen Doppelmoral befreien. Solange er die Schuldigen in den eigenen Reihen nicht benennt, bleibt sein „Kampf“ hohles Geschwätz eines Karrieristen, der den Wind riecht und rechtzeitig die Segel setzt.

Und eine Frage für einen Freund

Wenn die Politik doch immer nur das Beste für die Menschen will, warum muss dann gekämpft werden? Und gegen wen?

Warum „kämpfen“ Landräte plötzlich um kommunale Selbstverwaltung? Warum „entfesseln“? Warum Gesetzesvorschläge selbst schreiben und Mehrheiten suchen, als stünde man vor einer feindlichen Macht?

Die Antwort ist so einfach wie unbequem: Weil die bisherige Politik eben nicht immer das Beste für die Menschen will. Sondern das Beste für sich selbst, für die eigene Partei, für den Machterhalt, für die Bequemlichkeit der zentralen Steuerung.

Wenn es wirklich um die Menschen ginge, müsste niemand gegen Bürokratie, Unterfinanzierung und Gängelung ankämpfen – schon gar nicht ein CDU-Landrat gegen Strukturen, die seine eigene Partei jahrelang mitgeschaffen und verteidigt hat. Es gäbe das alles gar nicht erst. Man würde einfach regieren, anstatt Theater zu spielen, sobald der Wind dreht.
Verfasser: АИИ  |  15.10.2026  |  Text- und Bildinhalte können zum Teil mit oder durch KI generiert sein.
Jeden Tag neue Angebote bis zu 70 Prozent reduziert

Weitere Artikel
Über 3500 Menschen gemeinsam für Frieden in Weißenfels

Über 3500 Menschen gemeinsam für Frieden in Weißenfels

Die untergehende Sonne tauchte den Marktplatz von Weißenfels am 14. Mai 2025 in warmes Licht, als sich über 3500 Menschen versammelten. Tr…
zum Artikel »
Die Angst vor Bürgern, die selber zu denken beginnen - Wie Einzelne ein ganzes Staatengefüge zu Fall bringen

Die Angst vor Bürgern, die selber zu denken beginnen - Wie Einzelne ein ganzes Staatengefüge zu Fall bringen

Es ist ein altes Mantra der Resignation: „Was kann ich als Einzelner schon ausrichten?“ – Diese Ausrede hallt durch Stammtische, Inter…
zum Artikel »
15 Millionen gewinnen - Schnell mitmachen beim bundesweiten Intelligenztest

15 Millionen gewinnen - Schnell mitmachen beim bundesweiten Intelligenztest

Es sind geradezu fantastische Neuigkeiten, die wegen der Landtagswahlen medial leider absolut untergegangen waren. Die Bundesregierung hatte…
zum Artikel »
Rückblick: Haseloffs (CDU) Heuchelei der Einheit: Eine Regierung „für alle“ - außer in der Corona-Zeit

Rückblick: Haseloffs (CDU) Heuchelei der Einheit: Eine Regierung „für alle“ - außer in der Corona-Zeit

Reiner Haseloff, der langjährige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, hat in seiner Rede vom 16. September 2021 nach seiner Wiederwahl (i…
zum Artikel »
Geleakt: Rede von Robert Habeck zur Besinnung auf die Erfolge der DDR, 7. Oktober 2024

Geleakt: Rede von Robert Habeck zur Besinnung auf die Erfolge der DDR, 7. Oktober 2024

Am Montag jährt sich der Tag der Gründung der DDR. Für viele Menschen ist dieser Tag noch fest im Gedächtnis. Es war geplant, dass Wirts…
zum Artikel »
Lotto
der offizielle Kanal der Bürgerstimme auf Telegram   der offizielle Kanal der Bürgerstimme auf YouTube   Bürgerstimme auf Facebook
Unterstützen Sie das Betreiben dieser WebSite mit freiwilligen Zuwendungen:
via PayPal: https://www.paypal.me/evovi/12

oder per Überweisung
IBAN: IE55SUMU99036510275719
BIC: SUMUIE22XXX
Konto-Inhaber: Michael Thurm