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Boom in Weißenfels - Wird die Stadt zum Zentrum der Verbrecher? - Sachsen-Anhalt will ein neues Gefängnis in Weißenfels bauen


Viele haben die frohe Kunde bestimmt schon erhalten: Sachsen-Anhalt will ein neues Gefängnis in Weißenfels bauen. Fantastische Aussichten für die ehemalige Kreisstadt eröffnen sich dadurch. Doch! Doch! Ganz bestimmt.



Laut einem Bericht des MDR wird SPD-Landtagsabgeordneter Rüdiger Erben mit den Worten zitiert, dass die Bürgerinnen und Bürger von den Vorteilen überzeugt werden müssten – und das wohl ziemlich zügig –, weil die Pläne für den Bau überraschend kämen. Vorteile, die laut Erben die Bürgerinnen und Bürger in Halle-Tornau, wo das Gefängnis eigentlich gebaut werden sollte, wohl nicht überzeugt hatten.

Welche Vorteile hätte das Gefängnis für Weißenfels?

In den Kreisen der Quer-Verschwörungs-Verschwurblungs-Theoretiker wird der Vorteil darin gesehen, dass sie und ihre Angehörigen es nicht weit haben, um einzusitzen oder um besucht zu werden. Die von vielen geliebten Führer in Berlin und Brüssel arbeiten bekanntlich fleißig weiter an der Zensur und Einschränkung der Meinungsfreiheit. Wichtig ist den von vielen geliebten Führern, dass Hass und Hetze unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit doch schon irgendwie strafbar werden. Was Hass und Hetze ist, bestimmen selbstverständlich die von vielen geliebten Führer ganz nach Belieben und Tagesform.

Ein weiterer Gedanke war, dass dieses Gefängnis erheblich Kosten sparen würde, wenn die vielen Kriegstreiber in Berlin, die lieber gestern als morgen Russland angreifen würden (Angriffskrieg – §80a StGB und Artikel 26 GG), im neuen Gefängnis einsitzen würden. In der Regierung kosten jene Personen schnell mal 20.000 Euro pro Monat, ein Platz im Gefängnis würde wohl nur 6.000 Euro kosten, wobei jene, die im Gefängnis sitzen, außerdem tatsächlich noch arbeiten müssten.

Aber auch jene von vielen geliebten Führern, die sich während der Corona-Pandemie so verdient gemacht hatten, was die Verhängung von Einschränkungen und die Nötigung betrifft, sich die experimentellen Substanzen spritzen lassen zu müssen, die in vielen Fällen durchaus als fahrlässige Tötung und gefährliche Körperverletzung angesehen werden kann, könnten sich auf das Gemeinschaftsduschen mehrmals wöchentlich freuen.

Also eine Win-Win-Win-Situation, oder?

Arbeitsplätze? Wirklich?

Der Weissenfelser Oberbürgermeister Martin Papke freut sich, dass durch das neue Gefängnis neue Arbeitsplätze geschaffen werden würden. Allerdings dürfte dies wohl zu kurz gedacht sein. Denn der Neubau soll die Gefängnisse in Halle „Roter Ochse“, Am Kirchtor in der Innenstadt, und im Stadtteil Frohe Zukunft, Wilhelm-Busch-Straße, ersetzen. Neue Jobs entstehen dadurch also nicht. Ob die derzeitigen Hallenser nach Weißenfels umziehen würden, steht sicherlich ebenfalls infrage. Auch der Verweis darauf, dass lokale Betriebe wie Bäckereien, Fleischereien, Wäschereien, Handwerksunternehmen und Dienstleister profitieren würden, darf angezweifelt werden.

Aus ein paar Interviews von Dissidenten, die sich nicht impfen lassen wollten, Maskenbefreiungen und Impfunfängigkeitsbescheinigen austellten oder gegen die von vielen geliebten Führern "hetzten", ging hervor, dass das Essen im Gefängnis nur mit viel gutem Willen als solches bezeichnet werden kann. Es wird wohl auf eine „industrielle“ Fertigung hinauslaufen, von der lokale Bäcker oder Fleischer nichts haben werden.

Das neue Aushängeschild, das Tor zur Stadt

Aber man soll nicht immer alles so negativ sehen, oder? Der Standort des Gefängnisses soll „Am Sandberg“ in Langendorf sein. Dort ist jetzt noch ein Feld, und es führt ein landwirtschaftlicher Weg an diesem Feld vorbei. Für Weißenfels bedeutet dieses Gefängnis nicht nur, dass die Stadt regelmäßig in den Schlagzeilen sein wird, wenn berichtet wird, dass der eine oder andere Straftäter in die JVA Weißenfels überstellt wird. Auch die vielen Zehntausenden Autofahrer täglich, die vielen Millionen Autofahrer im Jahr, die auf der A9 an Weißenfels vorbeifahren, werden diesen Prestige-Bau, diesen hochmodernen Gebäudekomplex sehen. Sie werden sich Weißenfels merken, denn dort steht dieses Gefängnis, das man wunderbar von der Autobahn sehen kann. Was will man mehr, oder?

Schwimmunterricht für die Kinder

Bisher sind die Pläne nicht bekannt, aber gesetzt den Fall, das Gefängnis bekommt auch eine Schwimmhalle, dann würde dies ein großes Problem in Weißenfels und darüber hinaus lösen. Endlich könnten die Grundschüler wieder Schwimmunterricht bekommen. Und welch ein Erlebnis das für die Kinder doch jede Woche sein dürfte, wenn sie in den Knast einfahren und selbstverständlich ordentlich durchsucht werden, damit sie keine Ausbruchswerkzeuge einschmuggeln. So lernen sie neben dem Schwimmen gleich noch, dass man sich gefälligst wohlfeil zu verhalten hat.

Der große wirtschaftliche Boom

Leider hatte der „Vorzeige-Demokrat“ und Vorsitzende des Stadtrates der Stadt Weißenfels, Ekkart Günther, unterbinden lassen, dass das Video der Stadtratssitzung vom 7.11.2024 online sein darf. Denn dann hätte sich jeder von der Rede des Stadtratsmitgliedes Jörg Riemer begeistern lassen können. Zum IKIG (Interkommunales Industriegebiet) erklärte er, dass dieses 140-Millionen-Euro-Projekt mit dem Bahnanschluss Weißenfels im Jahr 1846 vergleichbar sei. Ab diesem Zeitpunkt ging es wirtschaftlich in Weißenfels bergauf. Das Gefängnis soll 400 Millionen Euro kosten, also fast dreimal so viel. Das muss zwangsläufig einen Boom auslösen, den Weißenfels noch nie gesehen hat, oder?

Der touristische Aufschwung

Freuen könnten sich die Weißenfelser auf einen touristischen Aufschwung. Die Insassen wollen sicherlich regelmäßig besucht werden, und was machen diese Besucher, nachdem sie betrübt das Gefängnis wieder verlassen? Na logisch: Sie besuchen das Museum im Schloss, besichtigen die Marienkirche und kehren in eine der vielen Gaststätten ein, um es sich gut gehen zu lassen und die Traurigkeit umgehend wieder loszuwerden.

Gesetzt den Fall, es werden im neuen Gefängnis auch einige der im Ausland angeworbenen Fachkräfte untergebracht, machen sich vielleicht auch Clans als Familienausflug auf die Reise nach Weißenfels und lassen es sich hinterher bei einer der beiden Burger-Bratereien schmecken, gehen noch einmal auf die Bowling- oder Allwetterrodelbahn. Umsätze ohnegleichen werden in Weißenfels gemacht werden.

Das große Aber

Leider könnte es sein, dass es doch nicht zu diesem Prestige-Bau in Weißenfels kommt. Denn die Stadt Halle teilte in einer Pressemitteilung mit, dass der Bau in Halle-Tornau ganz und gar nicht abgesagt wurde. Vielmehr habe man diesbezüglich bisher gar keine Kenntnis von einer solchen Entscheidung. Noch im März soll es im Hallenser Stadtrat einen Beschluss geben, um den Bau dort voranzutreiben.

Schade, oder?
Verfasser: Maximus Polemikus  |  06.03.2025
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