Jugend schützen? Freiheit abschaffen! - Social-Media-Verbot unter 16 ist in Wahrheit ein Angriff auf die Anonymität
Warum das Social-Media-Verbot unter 16 in Wahrheit ein Angriff auf die Anonymität ist – und warum die Politik das will
Natürlich geht es um die Kinder
Es geht immer um die Kinder. Wenn Politiker heute ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige fordern, klingt das nach Fürsorge, Verantwortung, Schutz. Wer könnte dagegen sein? Nur Zyniker, Tech-Konzerne und verantwortungslose Libertäre, so die Erzählung. Doch hinter dieser moralischen Nebelkerze verbirgt sich etwas ganz anderes: der wohl größte Angriff auf die Anonymität im Netz seit Bestehen des Internets.George Orwell würde nicht einmal mehr müde lächeln. Er würde nicken.
Ein Verbot, das nicht durchgesetzt wird, ist kein Verbot
Ein Gesetz, das nicht durchgesetzt wird, ist kein Gesetz, sondern ein Wahlkampfplakat. Also muss ein U16-Verbot kontrolliert werden. Und kontrollieren kann man nur, was man überprüft. Alter. Identität. Person. Damit ist der Weg vorgezeichnetAltersprüfung ist Identitätsprüfung – alles andere ist Augenwischerei
Das Internet kennt kein Alter. Es kennt nur Daten. Wer ernsthaft glaubt, man könne das Alter eines Menschen prüfen, ohne seine Identität zu kennen, glaubt auch an CO₂-neutrale Kriege und Bürokratieabbau durch neue Verordnungen.Personalausweis. Video-Ident. Digitale Staats-ID. Bankdaten. Such dir einen Begriff aus – das Ergebnis ist dasselbe: Du bist identifizierbar.
Nicht öffentlich vielleicht. Aber eindeutig. Dauerhaft. Abrufbar.
„Aber nur für Kinder!“ – der älteste Trick der Macht
Natürlich heißt es: Nur Minderjährige müssen sich ausweisen. Das ist technisch so sinnvoll wie ein Rauchverbot nur für Nichtraucher. Plattformen wissen nicht, wer minderjährig ist. Also müssen alle ihr Alter nachweisen. Alles andere wäre ein offenes Scheunentor. Damit wird Altersverifikation zur Norm – und Anonymität zur Ausnahme, die es faktisch nicht mehr gibt.Anonymität stirbt nicht laut, sondern bürokratisch
Niemand verbietet Anonymität direkt. Das wäre zu ehrlich. Man macht sie einfach unmöglich. Denn selbst wenn dein Klarname nicht angezeigt wird: Der Account ist dir zugeordnet. Der Staat kann die Daten abfragen. Die Plattform speichert sie „aus Compliance-Gründen“. Whistleblower? Politische Dissidenten? Opfer von Stalking oder häuslicher Gewalt? Kollateralschäden. Für die gute Sache.Warum will die Politik das wirklich?
Nicht wegen der Kinder. Kinder sind nur der Türöffner. Die Politik hasst Anonymität aus einem einfachen Grund: Anonyme Bürger sind nicht steuerbar. Sie lassen sich schwer einschüchtern. Sie lassen sich schwer sanktionieren. Sie lassen sich schwer überwachen. Anonymität ist Machtasymmetrie – zugunsten der Bürger. Und Machtasymmetrien werden nicht geduldet.Von der Altersprüfung zur Gesinnungsprüfung
Ist die Infrastruktur erst einmal da, wird sie genutzt. Nicht ob, sondern wann. Heute: „Jugendschutz“. Morgen: „Hassrede-Bekämpfung“. Übermorgen: „Demokratieschutz“.Und irgendwann ist klar: Wer spricht, wird identifiziert. Wer provoziert, markiert. Wer stört, aussortiert. Alles legal. Alles gut gemeint. Alles alternativlos. Orwell lässt grüßen – aber wir bauen den Bildschirm selbst.
Der Clou ist: Der Überwachungsstaat kommt nicht mit Stiefeln, sondern mit Formularen. Nicht mit Gewalt, sondern mit AGBs. Nicht mit Drohungen, sondern mit „Kinderschutz“. Und das Erschreckendste daran? Viele klatschen Beifall.
