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Der zahnlose Tiger im Landratsamt - oder: Wie Götz Ulrich (CDU) den Mangel im Burgenlandkreis verwaltet


18,04 Millionen Euro ungedecktes Defizit. Eine Zahl, die nach politischem Aufschrei schreit. Nach Widerstand. Nach Kampf. Doch was liefert Landrat Götz Ulrich am 26. Januar 2026? Keine Kampfansage – sondern eine Verwaltungsanleitung.


Schon der Ton ist entlarvend (siehe Video). Ulrich sagt nicht: Wir werden das so nicht akzeptieren.
Er sagt:
„Wir bewegen uns mit diesem Entwurf und dem Defizit in einer traurigen Gemeinschaft von vielen Landkreisen in Deutschland.“
Traurig – ja. Aber wo ist der Zorn? Wo ist die Wut? Wo ist der politische Instinkt, daraus Druck zu machen?
Stattdessen folgt der zentrale Offenbarungseid:
„Die Politik bestellt – und wir bekommen kommunal die Rechnung dafür.“
Das ist die perfekte Beschreibung eines zahnlosen Tigers. Kein Kämpfer, sondern ein Kassierer. Einer, der brav annimmt, was „oben“ entschieden wird, und es „unten“ weiterreicht. Ulrich macht hier klar: Wir sind nicht Akteur – wir sind Abwickler.

Und er setzt noch einen drauf:
„Wir können diese Aufgaben nicht einfach abbestellen.“
Übersetzt heißt das: Wir können nichts tun. Also tun wir auch nichts.

Ein Landrat, der sich selbst zum ohnmächtigen Vollzugsorgan erklärt.
Zwar fordert Ulrich: „Wer weiterhin handlungsfähige Landkreise haben will, der muss endlich eine dauerhafte tragfähige Finanzausstattung herbeiführen.“ Aber: Wer ist dieses „wer“?
Er benennt keinen Adressaten, keine Frist, keine Konsequenz. Kein „Wenn – dann“. Kein politischer Hebel. Nur Bitten ins Leere.

Auch seine Worte zur Ausgleichspflicht klingen kämpferisch – sind es aber nicht:
„Unsere Position ist klar, es gibt keine Ausgleichspflicht der Länder nach Lust und Laune.“
Klingt gut. Aber was folgt daraus?
Nichts. Kein Druckmittel. Keine Eskalation. Keine Mobilisierung der Öffentlichkeit. Kein Konflikt. Ein Tiger, der erklärt, dass er eigentlich gefährlich wäre – aber nie zubeißt.
Dann der nächste Rückzug ins Passive:
„Sie wissen ja, das Thema ist beim Bundesverfassungsgericht anhängig.“
Sprich: Wir warten auf Karlsruhe.
Der Landrat parkt die politische Verantwortung bei Richtern. Wer so spricht, führt keinen Landkreis – er verwaltet einen Aktenvorgang.

Und während Ulrich die Haushaltslage als „desaströs“ beschreibt, zählt er im gleichen Atemzug Millionenprojekte auf: 55,3 Mio. Euro Investitionen, 46,3 Mio. im Hochbau, 23,6 Mio. für den Bildungscampus Naumburg, neue Mittel für Schulen:
„Wir schlagen vor, jeder Schule 5.000 Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen.“
Widerspruch pur: Er ruft den finanziellen Notstand aus – und tut so, als sei alles Routinebetrieb. Keine Priorisierung, kein politisches Signal: Wir müssen sparen, kämpfen, neu denken. Stattdessen: Weiterverwalten.

Und dann kommt der eigentliche Tiefpunkt – ausgerechnet von Herrn Schumann, nicht vom Landrat.

Schumann kritisiert nicht nur den engen Zeitplan:
„Wir haben jetzt gerade mal fünf Wochen Zeit, uns in den Haushalt reinzuarbeiten… fünf Wochen sind verdammt knapp.“
Er kritisiert auch die Missachtung des Ehrenamts:
„Wenn ihr dann laufend was über den Haufen werft … bringt das bei vielen viel Durcheinander im Kalender.“
Was heißt das übersetzt?
Nicht nur der Haushalt ist schlecht vorbereitet – auch der politische Prozess wird verwaltet statt geführt. Selbst der Kreistag wird wie eine nachgeordnete Behörde behandelt, nicht wie ein demokratisches Organ.

Und die Antwort des Kreistagsvorsitzenden Andy Haugk darauf?
„Vielen Dank für den Hinweis. Den nehmen wir auf.“
Kein Widerspruch, keine Einsicht, keine Änderung. Nur ein weiteres Abheften.

Verfasser: АИИ  |  29.01.2026

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